Länderbericht Polen Q2-2022
„Die Fläche der im Bau befindlichen Logistik-Projekte ist doppelt so hoch wie Vorjahr.“

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

„Der polnische Logistiksektor boomt auch im 2. Quartal 2022. Die hohe Nachfrage nach Lagerfläche resultiert nicht nur aus coronabedingten Entwicklungen, sondern auch aus der Verlagerung von Geschäft aus der Ukraine nach Polen als Folge des Krieges. Die Fläche der im Bau befindlichen Projekte ist mit 4,5 Millionen m2 doppelt so hoch wie im erfolgreichen Vorjahr – und dabei war das bereits ein Rekordjahr. Die Attraktivität des polnischen Logistikmarkts für ausländische Investoren trägt dazu bei, dass das Transaktionsvolumen um 19 % zum Vorjahr steigt. Bei den Mieten ist zum Jahresende 2022 ist ein Anstieg um 30 % pro m2 absehbar. Trotz der Inflation von 15,5 % bleibt die Rendite stabil. Der Markt für Büroimmobilien zeigt hingegen ein differenziertes Bild: Warschau weist mit 6,2 Millionen m2 neuer, moderner Bürofläche im Städtevergleich das höchste Volumen auf. Allerdings befinden sich nur ca. 250.000 m2 in der Bauphase, davon werden 80 % bereits Ende 2023 fertiggestellt. Die zunehmende Beliebtheit von Home-Office hat Auswirkungen auf den Flächenbedarf und somit auch auf die Nachfrage nach Neubauten. Folglich haben die Developer neue Projekte auf spätere Termine verschoben und warten zunächst ab. Es besteht die Gefahr einer Angebotslücke für 2024/25 mit der Folge möglicher Mietpreissteigerungen. Die Städte im Umland profitieren von dieser Entwicklung. Große ausländische Unternehmen weichen in die Region aus, wo das Volumen der Bürofläche zwar kleiner, die Bautätigkeit jedoch stärker ist."


Ihre Beata Latoszek

Ansprechpartnerin

Frau Beata Latoszek
Managing Director Polen

Telefon: +48 22 828 02 53
E-Mail: Beata.Latoszek@Deutsche-Hypo.de

REECOX Polen setzt negative Entwicklung fort

Nachdem die polnische Immobilienkonjunktur bereits im ersten Quartal eine negative Bilanz aufwies, erholte sich der REECOX Polen auch im zweiten Quartal 2022 nicht. Ende Juni markierte dieser einen Stand von 183,1 Punkten, was gegenüber dem Vorquartal einem Minus von 3,6 % entspricht. Der Verlust im zweiten Quartal verzeichnet dabei allerdings die zweitniedrigste Abnahme im europäischen Ländervergleich.

Leitindex WIG 20 verliert zweistellig

Der Blick auf die Eingangsvariablen zeigt ein einstimmig negatives Bild. Mit einem Rückgang um 5,9 % auf 2.549,2 Zählerpunkte zeigt sich der Immobilienaktienindex WIG Immobilien im Vergleich zu vielen anderen europäischen Immobilienindizes noch vergleichsweise stabil. Der polnische Leitindex WIG 20 hatte schon zum Jahresanfang 2022 nachgelassen. Die Kurseintrübung setzte sich im April fort (-12,9 %) und nahm nach einer Seitwärtsbewegung im Mai (-0,8 %) zum Quartalsende im Juni (-8,0 %) noch einmal deutlich an Fahrt auf. Mit rund 1.696 Punkten wurde der niedrigste Punktestand (-20,5 % gegenüber dem Vorquartal) seit Oktober 2020 festgestellt.

Die Stimmung der im Rahmen des Economic Sentiment Indicator (ESI) befragten Immobilienexperten sackte das zweite Quartal in Folge auf 96,0 Punkte zum Schlusskurs im Juni ab.

Synopse der Eingangsvariablen und Immobilienkonjunkturen Q2-2022

Land

Aktien-Leit­index

Immobi­lien­index

Konjunk­tur­indi­kator

Basis­zins­satz

Zins­satz 10-jährige Staats­anlei­hen

Q1-2204/2205/22Q2-22Delta (%)
Q1-22 / Q2-22
DE
dodo
dodo
dodo
eq
upup
320,6
310,1
308,5
289,8
-9,6
UK
do
dodo
dodo
upup
upup
218,2
205,6
203,4
202,5
-7,2
PL
dodo
do
do
upup
upup
189,5
187,5
185,3
183,1
-3,4
NL
dodo
dodo
dodo
eq
upup
194,6
194,2
192,2
184,8
-5,0
FR
dodo
dodo
do
eq
upup
240,0
234,8
233,6
225,6
-6,0
ES
do
dodo
do
eq
upup
181,6
178,2
181,3
178,4
-1,7