Länderbericht Polen Q4-2018
„Es gibt Anzeichen dafür, dass sich die positive Entwicklung 2019 nicht fortsetzt.“

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

dass der aktuelle Immobilienzyklus außergewöhnlich ist, wissen wir längst. Diese aktuelle Meldung ist dennoch bemerkenswert: Innerhalb des Jahres 2018 sind die Renditen für Top-Büroimmobilien in Warschau um sage und schreibe 2,5 Prozentpunkte abgesackt. Zugleich ist das Transaktionsvolumen auf dem polnischen Immobilienmarkt von 5,2 auf 7,2 Mrd. Euro gestiegen, die Anzahl der Transaktionen sogar um knapp 50%. Die Nachfrage nach Top-Objekten ist also nach wie vor sehr hoch. Allerdings gibt es inzwischen durchaus Anzeichen dafür, dass sich die positive Entwicklung nicht nahtlos fortsetzt. Zum einen zeigt der Deutsche Hypo REECOX für alle betrachteten europäischen Länder eine teils deutliche Konjunktureintrübung. Zum anderen sind die Grundstückspreise hier vor Ort mittlerweile so hoch, dass immer weniger Projekte realisiert werden. Unabhängig davon leiden Immobilienunternehmen unter den steigenden Arbeitskosten. 2019 bietet unserer Branche mehr Herausforderungen als 2018.


Ihre Beata Latoszek

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Frau Beata Latoszek
Managing Director Polen

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E-Mail: Beata.Latoszek@Deutsche-Hypo.de

Polnische Immobilienkonjunktur sticht positiv hervor

Die polnische Immobilienkonjunktur wies auch in der Vergangenheit eher geringe Steigerungsraten auf. Die Konstanz im jahresrückblick 2018 ist dennoch bemerkenswert. Denn während sich in den übrigen REECOX-Ländern überwiegend deutlich rückläufige Tendenzen abzeichneten, fiel der polnische REECOX gegenüber dem Vorjahresquartal mit -0,9% kaum zurück. Die Dynamik des vierten Quartals fügt sich mit einer Veränderungsrate von -0,4% im Vergleich zum Vorquartal auf nun 187,5 Zählerpunkte nahtlos in dieses Bild ein. 

Immobilienaktienindex schwächelt zum Jahresende

Grundlage für die zuletzt stabile Entwicklung war der polnische Aktien-Leitindex WIG 20, der das Jahr mit einem Zählerstand von 2.276,6 abschloss und mit einer sehr geringen Dynamik von 0,4% annähernd konstant blieb.
Daneben hat auch die stabile Entwicklung des polnischen Geschäftsklimas laut Economic Sentiment Indicator (ESI) wesentlich zur robusten polnischen Immobilienkonjunktur beigetragen. Mit nun 107,8 Punkten stieg dieser gegenüber dem dritten Quartal sogar minimal um 0,1%.
Anders präsentierte sich der polnische Immobilienindex WIG Developers. Die seit dem Frühjahr 2018 festzustellende rückläufige Entwicklung setzte sich auch im vierten Quartal fort. Mit zuletzt 1.911,7 Zählerpunkten lag der Immobilienindex erstmals seit langem wieder unter der 2.000-Punkte Marke und verzeichnete damit einen Rückgang um 6,0%.

Synopse der Eingangsvariablen und Immobilienkonjunkturen Q4-2018

Land

Aktien-Leit­index

Immobi­lien­index

Konjunk­tur­indi­kator

Basis­zins­satz

Zins­satz 10-jährige Staats­anlei­hen

Q3-1810/1811/18Q4-18Delta (%)
Q3-18 / Q4-18
DE
dodo
do
do
eq
do
312,8
306,0
308,2
298,2
-4,7
UK
dodo
do
do
eq
do
216,5
213,1
206,8
204,9
-5,4
PL
eq
do
eq
eq
dodo
188,3
185,6
188,8
187,5
-0,4
NL
dodo
dodo
do
eq
do
199,3
195,3
194,8
191,3
-4,0
FR
dodo
dodo
dodo
eq
eq
236,2
229,7
228,6
223,7
-5,3
ES
dodo
do
do
eq
eq
196,4
195,8
196,4
191,8
-2,3