Länderbericht Niederlande Q1-2022
„Dem niederländischen Immobilienmarkt fehlt nach wie vor genügend Wohnraum.“

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

„Dem niederländischen Immobilienmarkt fehlt nach wie vor genügend Wohnraum. Um die Nachfrage zu stillen, müssten jährlich 100.000 neue Wohnungen gebaut werden, aber aus zahlreichen Gründen wird diese Zahl mit den derzeitigen 50.000 bis 60.000 Wohnungen pro Jahr bei weitem nicht erreicht. Außerdem gelten in den Niederlanden die strengsten Stickstoffnormen in Europa, so dass ohne staatliches Eingreifen ein Gebäudeinfarkt droht. Die Angebotslücke spitzt sich infolge des Ukraine-Kriegs weiter zu, da auch dringend Wohnraum für die Geflüchteten benötigt wird. Die knappen Ressourcen sowie die teilweise nicht mehr funktionierenden Lieferketten – auch in Folge des erneuten Lockdowns in China – verschärfen das Problem und bringen Herausforderungen für den gesamten Immobilienmarkt mit sich. Teilweise sehen wir bereits über alle Assetklassen verteilt Baustopps bei Projekten im Neubau und ein vorsichtiges Abwarten, wie sich die Baupreise und Materialkosten entwickeln. In der Regel wird auch nachkalkuliert. Zudem herrscht Unsicherheit darüber, was nach dem Ankaufprogramm der EZB kommt. Aktuell ist der Appetit der Investoren nach Immobilen jedoch ungebrochen hoch und das Geld im Markt reichlich vorhanden. Dies zeigt sich auch im Renditeniveau: Insbesondere bei Logistikimmobilien ist ein Niveau erreicht, was dem Niveau im Wohnbereich entspricht – das kann auf Dauer nicht gesund sein.“

 


Ihr Wouter de Bever

Ansprechpartner

Herr Wouter de Bever
Managing Director Niederlande

Telefon: +31 20 691 45 51
E-Mail: Wouter.de.Bever@Deutsche-Hypo.de

REECOX Niederlande fällt um 3,7 % zurück

Die bereits im November 2021 eingetretene negative Entwicklung der niederländischen Immobilienkonjunktur setzte sich auch zu Beginn des neuen Jahres weiter fort. Sowohl im Januar (-2,0 %) als auch im Februar (-1,8 %) wurde ein negativer Verlauf verzeichnet. Im März zeigt sich hingegen mit einem Anstieg um 0,1 % ein nahezu konstanter Verlauf. Mit einer negativen Veränderungsrate von insgesamt 3,7 % auf einen Zählerstand von nun 194,6 Punkten bewegt sich der REECOX Niederlande zum Ende des ersten Quartals wieder unterhalb der 200-Punkte-Marke.

FTSE mit positivem Vorzeichen im Februar und März

Im Quartalsvergleich weisen alle Eingangsvariablen ein negatives Ergebnis auf. Der Aktienleitindex AEX verlief über alle Monate des ersten Quartals hinweg negativ, wobei insbesondere die Monate Januar (-5,4 %) und Februar (-3,4 %) zu der deutlich negativen Entwicklung von -9,2 % auf 724,2 Punkte beigetragen haben. Im März wurde ein nur noch verhältnismäßig geringer Rückgang um 0,8% verzeichnet. Der Immobilienaktienindex FTSE EPRA/NAREIT Netherlands verlief insgesamt ebenfalls negativ. Dafür ausschlaggebend war der Kursrutsch im Januar (-8,3 %), welcher von den positiv verlaufenden Folgemonaten Februar (+1,9 %) und März (+3,3 %) nicht vollständig kompensiert werden konnte. Die Stimmung der im Rahmen des Economic Sentiment Indicator (ESI) befragten Immobilienexperten sackte das dritte Quartal in Folge auf 103,3 Punkte zum Schlusskurs im März ab.

Synopse der Eingangsvariablen und Immobilienkonjunkturen Q1-2022

Land

Aktien-Leit­index

Immobi­lien­index

Konjunk­tur­indi­kator

Basis­zins­satz

Zins­satz 10-jährige Staats­anlei­hen

Q4-2101/2202/22Q1-22Delta (%)
Q4-21 / Q1-22
DE
dodo
do
dodo
eq
upup
343,4
340,1
334,3
320,6
-6,6
UK
up
do
upup
upup
upup
218,5
220,7
218,6
218,2
-0,1
PL
do
do
dodo
upup
upup
197,6
194,9
190,2
189,5
-4,1
NL
dodo
do
do
eq
upup
202,3
198,1
194,5
194,6
-3,8
FR
do
eq
dodo
eq
upup
251,6
248,7
246,7
240,0
-4,6
ES
do
up
dodo
eq
upup
186,0
186,1
187,0
181,6
-2,4