Länderbericht Niederlande Q3-2022
„Die aktuelle Lage führt zu einem Stillstand.“

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Der niederländische Immobilienmarkt befindet sich an einem Wendepunkt. Durch den schnellen Zinsanstieg sind viele Deals nicht zustande gekommen oder wurden zurückgestellt. Steigende Anfangsrenditen führten zu einem Sinken der Immobilienwerte um 10 bis 15 %.  Mit einem Wert von 14,5 % im September 2022 haben die Niederlande eine der höchsten Inflationsraten Europas. Die Inflation beeinflusst den Immobilienmarkt auch dadurch, dass Mietnahmen in den Niederlanden einer Indexierung unterliegen. Die Unsicherheiten über den Anstieg von Mietkosten sowie die hohen Energiepreise belasten den Handelssektor stark. Hinzukommt, dass die Sparquote der Konsumenten gestiegen und somit die Konsumentennachfrage rückgängig ist. Der Logistiksektor steht unter Druck, die Anfangsrenditen sind hier auf 3 % gefallen. Für Wohnimmobilien besteht aufgrund des Bevölkerungswachstums und der Zuwanderung weiterhin eine sehr hohe Nachfrage. Der Neubau bleibt eine massive Aufgabe, doch wegen der vielen Unsicherheiten (Materialkosten, Arbeitskräftemangel und die Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen) warten viele Investoren zunächst ab. Generell gilt: Die aktuelle Lage führt zu einem Stillstand. Die nächsten drei bis fünf Monate werden voraussichtlich ruhig bleiben bis der Markt sich stabilisiert hat. Es bleibt spannend!“


Ihr Wouter de Bever

Ansprechpartner

Herr Wouter de Bever
Managing Director Niederlande

Telefon: +31 20 691 45 51
E-Mail: Wouter.de.Bever@Deutsche-Hypo.de

REECOX Niederlande setzt Negativtrend im dritten Quartal fort

Die niederländische Immobilienkonjunktur verzeichnet das vierte Quartal in Folge eine negative Bilanz. Nach einer leichten Erholung zu Beginn des dritten Quartals (Juli: +2,7 %) erfuhr der REECOX Niederlande erneute Verluste in den Monaten August (-3,4 %) und September (-4,0 %). Insgesamt ergibt sich eine Bilanz von -4,7 %, sodass zum Ende des dritten Quartals ein Zählerstand von nun 175,8 Punkte erreicht wurde. Damit liegt die niederländische Immobilienkonjunktur im Mittelfeld des Deutsche Hypo REECOX.

Geschäftsklima zeigt deutliche Abnahme

Zur aktuellen Entwicklung der niederländischen Immobilienkonjunktur trugen – wenn auch in deutlich unterschiedlicher Ausprägung – alle marktseitigen Variablen bei. Der Immobilienaktienindex FTSE EPRA/NAREIT Netherlands stellte sich nach einem anfänglich positiven Verlauf (Juli: 10,4 %) im August (-6,7 %) und September (-14,2 %) rückläufig dar. Er verlor im Quartalsvergleich 11,6 % und notiert nun mit rund 316,9 Punkten so niedrig wie seit Mai 2020 nicht mehr. Einen deutlich geringeren Verlust verzeichnete der Aktien-Leitindex AEX 25: Im Vergleich zum Vorquartal sank dieser um 2,8 % auf nun rund 640,6 Punkte. Die Einschätzung durch die Immobilienexperten im Rahmen des Economic Sentiment Indicator (ESI) lag zum Quartalsende bei einem Indexwert von 90,6 Punkten und erzielte somit einen deutlichen Einbruch um 8,4 % gegenüber dem Vorquartal.

Synopse der Eingangsvariablen und Immobilienkonjunkturen Q3-2022

Land

Aktien-Leit­index

Immobi­lien­index

Konjunk­tur­indi­kator

Basis­zins­satz

Zins­satz 10-jährige Staats­anlei­hen

Q2-2207/2208/22Q3-22Delta (%)
Q2-22 / Q3-22
DE
do
dodo
dodo
eq
upup
289,8
289,2
278,1
258,9
-10,7
UK
do
dodo
dodo
upup
upup
202,5
195,8
198,1
189,5
-6,4
PL
dodo
do
dodo
upup
up
183,1
181,9
179,4
175,1
-4,4
NL
do
do
dodo
eq
upup
184,8
189,5
183,2
175,8
-4,9
FR
do
do
dodo
eq
upup
225,6
231,9
227,5
219,3
-2,8
ES
dodo
do
dodo
eq
upup
178,4
174,9
175,3
172,9
-3,1