Länderbericht Niederlande Q3-2018
„Mittlerweile sehen wir für Prime-Objekte oft nur noch Renditen knapp über 3%.“

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Die Immobilienkonjunktur in den Niederlanden befindet sich weiterhin auf sehr hohem Niveau. Daran ändert auch der leichte Rückgang des REECOX im dritten Quartal nichts. Nach wie vor ist die Investorennachfrage hierzulande hoch, es mangelt vielerorts aber an verfügbaren Immobilien. Der Druck auf die Renditen wird immer größer: Mittlerweile sehen wir für Prime-Objekte oft nur noch Renditen knapp über 3%. Dennoch werden die Transaktionen in diesem Jahr wohl wieder ein Volumen von gut 20 Mrd. Euro erreichen. Festzustellen ist, dass nahezu alle Assetklassen sehr gefragt sind. Einzig der Retail-Sektor ist differenziert zu beurteilen: Während Objekte in Top-Lagen weiterhin sehr gut laufen, wird es für B- und C-Lagen schwieriger. Dass die diskutierte Dividendensteuer nun doch nicht eingeführt wird, ist vom Markt positiv aufgenommen worden, vor allem natürlich von REITs.


Ihr Wouter de Bever

Ansprechpartner

Herr Wouter de Bever
Managing Director Niederlande

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E-Mail: Wouter.de.Bever@Deutsche-Hypo.de

Niederländische Immobilienkonjunktur zeigt Konstanz

Nachdem die niederländische Immobilienkonjunktur im vergangenen Jahr ihren bisherigen Peak erreicht hatte und über die 200-Punkte-Marke auf mehr als 208 Punkte geklettert war, ging diese seit Jahresanfang deutlich zurück. Ende des 3. Quartals bewegt sich der Index mit 199,3 Punkten knapp unterhalb dieser Marke. Im Vergleich zum Vorquartal entspricht dies einem leichten Rückgang von 0,6 %, was eher als Konstanz gewertet werden kann. Damit vollzieht die niederländische Immobilienkonjunktur eine ähnliche Entwicklung wie der Euro-Score.

Kein Negativtrend beim Geschäftsklimaindex

Mit Blick auf die Eingangsvariablen zeigt sich ein heterogenes Bild. Der niederländische Leitindex AEX 25 verhält sich aktuell äußerst volatil: Nach einem starken Rückgang im Juni stieg dieser im Juli um 13,2 % an und entwickelte sich in den Folgemonaten wieder rückläufig. Im Vergleich schloss das 3. Quartal mit einem Wachstum um 8,4 % auf nun 549,6 Punkte.

Der Immobilienaktienindex FTSE EPRA/NAREIT Netherlands konnte sein Niveau aus dem Vorquartal dagegen nicht halten. Insbesondere die Monate August und September fielen mit vergleichsweise deutlichen Verlusten ins Gewicht; so schloss das 3. Quartal im September mit 1.057,3 Punkten, was im Vergleich zum 2. Quartal einem Rückgang um 8,6 % entspricht.

Die zuletzt negative Tendenz des Geschäftsklimas scheint sich nicht zu verfestigen: Die Einschätzung der Immobilienexperten im Rahmen des Economic Sentiment Indicator (ESI) lag im September bei 109,5 Punkten und stieg damit im Vergleich zum Vormonat um 0,1 %, während sie im Quartalsvergleich um 0,4 % leicht zurückging.

Synopse der Eingangsvariablen und Immobilienkonjunkturen Q3-2018

Land

Aktien-Leit­index

Immobi­lien­index

Konjunk­tur­indi­kator

Basis­zins­satz

Zins­satz 10-jährige Staats­anlei­hen

Q2-1807/1808/18Q3-18Delta (%)
Q2-18 / Q3-18
DE
eq
up
eq
eq
eq
310,7
314,9
316,3
312,8
0,7
UK
do
do
up
upup
up
219,0
218,8
218,8
216,5
-1,1
PL
up
do
do
eq
eq
189,1
190,8
189,8
188,3
-0,4
NL
up
do
eq
eq
eq
200,4
201,5
200,5
199,3
-0,5
FR
up
do
do
eq
eq
237,7
238,9
237,9
236,2
-0,6
ES
dodo
do
dodo
eq
eq
204,1
200,7
198,8
196,4
-3,8