Länderbericht Frankreich Q1-2022
„Die Erholung im Abvermietungsmarkt setzt sich zu Beginn des Jahres weiter fort.“

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

„In den letzten Monaten ist die Inflation stetig gestiegen – in Frankreich liegt sie aktuell bei 4,5% und damit noch unter dem Durchschnitt der Eurozone von 7,5%. Die verhältnismäßig niedrige Inflation ist auf die große Unterstützung des Staates zurückzuführen, die insbesondere durch eine Deckelung von Strom- und Gaspreisen sichtbar wird. Dies kommt neben den privaten Haushalten auch den Unternehmen zugute. Aktuell kann im Privatsektor das höchste Wachstum seit Oktober 2018 beobachtet werden, da viele als Vorsorge und aus Unsicherheit Rohstoffe und Material einkaufen. Zur Unsicherheit trägt auch der Ukraine-Krieg bei, hier sind der weitere Verlauf und die Auswirkungen ungewiss. Die hohe Inflation macht erneut die Beliebtheit der Assetklasse Immobilien deutlich. Die Erholung im Abvermietungsmarkt setzt sich auch zu Beginn des Jahres weiter fort, sodass für das Jahr 2022 eine Abvermietung in Höhe von mindestens zwei Mio. qm² erwartet wird und somit der 10-Jahres-Durchschnitt wieder erreicht wird. Mehr Klarheit bezüglich weiterer Entwicklungen hat das Ergebnis der Präsidentschaftswahl in Frankreich mit sich gebracht, allerdings ist noch der Ausgang der anstehenden Parlamentswahl abzuwarten.“


Ihre Anne-Isabelle Carbonnières

Ansprechpartnerin

Frau Anne-Isabelle Carbonnières
Managing Director Frankreich

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E-Mail: Anne-Isabelle.Carbonnieres@Deutsche-Hypo.de

Französische Immobilienkonjunktur muss Rückgang um 4,4 % verkraften

Die französische Immobilienkonjunktur muss zum Ende des ersten Quartals die zweithöchste Abnahme (-4,4 % gegenüber dem Vorquartal) im europäischen Ländervergleich hinnehmen. Nach den noch moderaten Rückgängen in den Monaten Januar (-0,9 %) und Februar (-0,8 %) folgte im März ein deutlicher Rückgang von 2,7 % auf einen Zählerstand von 240,0 Punkten.

Leitindex CAC 40 nach Rekordhoch wieder auf Talfahrt

Die Eingangsvariablen des französischen REECOX entwickelten sich zum Jahresbeginn durchaus unterschiedlich: Der französischen Leitindex CAC 40 sank nach dem Rekordhoch im Vorquartal wieder um erhebliche 6,9 % und notierte Ende März bei 6.659,9 Punkten. Einen ähnlich starken Rückgang verzeichnete das Geschäftsklima des Economic Sentiment Indicator (ESI), das um 7,0 % auf 105,7 Punkte nachgab. Anders die Entwicklung des Immobilienaktienindex FTSE EPRA/NAREIT France: Nach einem positiven Jahresauftakt im Januar (+3,3 %) waren die Monate Februar (-1,3 %) und März (-1,5 %) von moderaten Verlusten geprägt. Dementsprechend verlief der Index mit einem Plus von 0,4 % im Vergleich zum Vorquartal nahezu stabil.

Synopse der Eingangsvariablen und Immobilienkonjunkturen Q1-2022

Land

Aktien-Leit­index

Immobi­lien­index

Konjunk­tur­indi­kator

Basis­zins­satz

Zins­satz 10-jährige Staats­anlei­hen

Q4-2101/2202/22Q1-22Delta (%)
Q4-21 / Q1-22
DE
dodo
do
dodo
eq
upup
343,4
340,1
334,3
320,6
-6,6
UK
up
do
upup
upup
upup
218,5
220,7
218,6
218,2
-0,1
PL
do
do
dodo
upup
upup
197,6
194,9
190,2
189,5
-4,1
NL
dodo
do
do
eq
upup
202,3
198,1
194,5
194,6
-3,8
FR
do
eq
dodo
eq
upup
251,6
248,7
246,7
240,0
-4,6
ES
do
up
dodo
eq
upup
186,0
186,1
187,0
181,6
-2,4