Länderbericht Deutschland Q2-2022
„In Anbetracht der herausfordernden Rahmenbedingungen ist die Stimmung an den Immobilienmärkten „surreal“ gut.“

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

„Vor dem Hintergrund der herausfordernden Rahmenbedingungen – Krieg in der Ukraine, Inflation, Rezessionssorgen, steigenden Zinsen, hohen Baukosten und Lieferkettenproblematik – ist die Stimmung an den Immobilienmärkten noch als „surreal“ gut zu bezeichnen. Wir sehen derzeit keine Anzeichen für einen Einbruch. Besonders profitiert derzeit die Logistikbranche: Die durch die Pandemie und den Krieg resultierende Lieferkettenproblematik hat die Wichtigkeit der Lagerhaltung verdeutlicht und ein Ende von Just-in-time zur Folge. Die überschaubaren Risiken der Logistikbauprojekte tragen darüber hinaus zum Erfolgskurs dieser Assetklasse bei. Wir erwarten keinen Abbruch und weiterhin eine anhaltend hohe Nachfrage. Gleiches gilt für den Wohnimmobilienmarkt, bei dem unter anderem die aktuelle Zuwanderung die Angebotslücke weiter ansteigen lässt. Bei den Wohnungsneubauten und im Bauträgergeschäft ist die Lage insbesondere bei komplexen Projekten schwierig: Durch hohe Baukosten und gestiegene Zinsen werden viele Neubauprojekte unrentabel und werfen keine Margen ab. Die Schlussfolgerung ist, dass aktuell Vorhaben on hold gesetzt werden. Vor dem Hintergrund der daraus resultierenden Verknappung des Angebots ist die Kernfrage: Wie entwickeln sich die Renditen?“


Ihr José Luis Calderón Martínez

Ansprechpartner

Herr José Luis Calderón Martínez
Leiter Zentralakquisition, Leiter Geschäftsstelle Berlin, Leiter Geschäftsstelle Hannover / Verbundgeschäft

Telefon: +49 511 361 - 6701
E-Mail: jose.calderon@deutsche-hypo.de

REECOX Deutschland mit deutlichem Kursrutsch

Die deutsche Immobilienkonjunktur verzeichnet das vierte Quartal in Folge eine negative Bilanz. Zu Beginn des zweiten Quartals erfuhr der REECOX Deutschland einen Rückgang um 2,3 %, gefolgt von einer nahezu konstanten Entwicklung im Mai (-0,5 %) und einem erheblichen Kursrutsch im Juni (-6,1 %). Dieser fiel in Deutschland mit Abstand am deutlichsten aus, so dass das die deutsche Immobilienkonjunktur mit einem Minus von 8,7 % auf 289,8 Punkte den stärksten Rückgang im europäischen Vergleich verkraften musste.

DIMAX bricht ein

Zur aktuellen Entwicklung der deutschen Immobilienkonjunktur trugen – wenn auch in deutlich unterschiedlicher Ausprägung – alle marktseitigen Variablen bei. Der deutsche Aktienleitindex DAX zeigte dabei erneut einen starken Rückgang: Er verlor im Quartalsvergleich 11,3 % und notiert nun mit rund 12.784 Punkten so niedrig wie seit September 2020 nicht mehr. Zu der Entwicklung hat insbesondere der Monat Juni beigetragen, der einen Einbruch um 11,3 % hinnehmen musste. Einen noch stärkeren Verlust verzeichnete der deutsche Immobilienaktienindex DIMAX: Im Vergleich zum Vorquartal sank dieser drastisch um 26,0 % auf nun rund 596,0 Punkte und fiel damit auf das Niveau von April 2016 zurück. Alleine im Juni fiel der DIMAX um erhebliche 16,2 %. Das Geschäftsklima ging im zweiten Quartal nur leicht zurück und pufferte damit die deutlich negative Entwicklung der übrigen Eingangsvariablen ab. Die Einschätzung durch die Immobilienexperten im Rahmen des Economic Sentiment Indicator (ESI) lag zum Quartalsende bei einem Indexwert von 105,2 Punkten und gab somit um verhältnismäßig moderate 1,7 % nach.

Synopse der Eingangsvariablen und Immobilienkonjunkturen Q2-2022

Land

Aktien-Leit­index

Immobi­lien­index

Konjunk­tur­indi­kator

Basis­zins­satz

Zins­satz 10-jährige Staats­anlei­hen

Q1-2204/2205/22Q2-22Delta (%)
Q1-22 / Q2-22
DE
dodo
dodo
dodo
eq
upup
320,6
310,1
308,5
289,8
-9,6
UK
do
dodo
dodo
upup
upup
218,2
205,6
203,4
202,5
-7,2
PL
dodo
do
do
upup
upup
189,5
187,5
185,3
183,1
-3,4
NL
dodo
dodo
dodo
eq
upup
194,6
194,2
192,2
184,8
-5,0
FR
dodo
dodo
do
eq
upup
240,0
234,8
233,6
225,6
-6,0
ES
do
dodo
do
eq
upup
181,6
178,2
181,3
178,4
-1,7