Länderbericht Deutschland Q1-2022
„Auf dem Immobilienmarkt ist bereits zu spüren, dass die Sorgenfalten größer werden.“

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

„Die aktuelle Situation zeigt, dass das konjunkturelle Rückschlagpotenzial der deutschen Wirtschaft aufgrund des starken Auslandsbezugs und des hohen Exportanteils größer als in anderen europäischen Ländern ist. Auf dem Immobilienmarkt ist bereits zu spüren, dass die Sorgenfalten größer werden – nicht zuletzt, weil weitere Zinssteigerungen zu befürchten sind und auch alternative Anlagemöglichkeiten in den Fokus rücken werden. Die ungewohnt hohe Inflation, die steigenden Baukosten, die höheren Transportkosten und einbrechenden Lieferketten trüben grundsätzlich das immobilienwirtschaftliche Stimmungsbild. Insbesondere Projektentwicklungen sind betroffen und zunehmende Herausforderungen auf den Baustellen können für die Zukunft nicht ausgeschlossen werden. Die Krise spiegelt sich jedoch noch nicht im Investmentmarkt für Immobilien wider: Dieser zeigt aktuell noch keine Ermüdungserscheinungen und startete agil. Der Logistikbereich performt weiterhin. Die aktuelle Krise zeigt allerdings, dass wir Abhängigkeiten abbauen müssen – weg von Just-in-time und hin zum Aufbau von resilienteren Strukturen. Durch die Corona-Pandemie sind wir krisenresistenter und auch -erfahrener geworden. Wir haben gelernt besser auf Sicht zu fahren. Bleibt nur zu hoffen, dass wir mit Augenmaß und Umsicht auch die aktuell erschütternde Lage mit vielen Unwägbarkeiten und herausfordernden Momenten gut bewältigen und Impulse zur Transformation nutzen.“


Ihr Peter Kleinhütten

Ansprechpartner

Herr Peter Kleinhütten
Leiter Kundenbetreuung Nordrhein-Westfalen

Telefon: +49 211 598951910
E-Mail: peter.kleinhuetten@deutsche-hypo.de

Deutsche Immobilienkonjunktur muss erhebliche Einbußen hinnehmen

Auf die negative Bilanz der deutschen Immobilienkonjunktur zum Jahresende 2021 folgt auch zu Beginn des neuen Jahres keine Erholung: In allen drei Monaten des ersten Quartals 2022 hat sich der REECOX Deutschland negativ entwickelt. Vor allem der März fällt mit einem Rückgang um      4,1 % deutlich negativ ins Gewicht. Der Rückschlag ist jedoch nicht so ausgeprägt wie in den Monaten zu Beginn der Pandemie. In Summe ergibt sich jedoch ein merklicher Rückgang um 6,0 % auf einen Zählerstand von 320,6 Punkte.

DIMAX verliert zweistellig

Der Blick auf die Eingangsvariablen zeigt ein einstimmig negatives Bild. Einen erneut deutlichen Verlust verzeichnete der deutsche Immobilienaktienindex DIMAX: Der Index ging um 11,5 % zurück und liegt zum Ende des ersten Quartals mit rund 805,5 Punkten annähernd auf dem Niveau von April 2020. Ebenfalls deutlich fällt der Rückgang beim deutschen Aktienleitindex DAX aus: Nach einem satten Minus von 9,3 % notiert dieser zum Quartalsende bei rund 14.415 Punkten. Einen im Vergleich moderaten Verlust verzeichnete das Geschäftsklima des Economic Sentiment Indicator (ESI). Auf leichte Zuwächse in den Monaten Januar (+0,7 %) und Februar (+1,1 %), folgte ein Einbruch von 3,8 % im März. Insgesamt ergibt sich im ersten Quartal ein Rückgang um 2,1 % auf 109,2 Punkte.

Synopse der Eingangsvariablen und Immobilienkonjunkturen Q1-2022

Land

Aktien-Leit­index

Immobi­lien­index

Konjunk­tur­indi­kator

Basis­zins­satz

Zins­satz 10-jährige Staats­anlei­hen

Q4-2101/2202/22Q1-22Delta (%)
Q4-21 / Q1-22
DE
dodo
do
dodo
eq
upup
343,4
340,1
334,3
320,6
-6,6
UK
up
do
upup
upup
upup
218,5
220,7
218,6
218,2
-0,1
PL
do
do
dodo
upup
upup
197,6
194,9
190,2
189,5
-4,1
NL
dodo
do
do
eq
upup
202,3
198,1
194,5
194,6
-3,8
FR
do
eq
dodo
eq
upup
251,6
248,7
246,7
240,0
-4,6
ES
do
up
dodo
eq
upup
186,0
186,1
187,0
181,6
-2,4