Länderbericht Deutschland Q4-2018
Peter Kleinhütten: „Reife Früchte kann man nur begrenzt pflücken und verzehren. Die Frage ist: Wie lange genau?“

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

der Deutschland-Score des Deutsche Hypo REECOX fällt am Jahresende 2018 auf das Niveau von April 2017 zurück. Ist das ein Warnsignal? Vielleicht! Natürlich präsentiert sich der deutsche Immobilienmarkt weiterhin in guter Verfassung, sonst wäre das Rekord-Transaktionsvolumen von mehr als 60 Mrd. Euro nicht möglich gewesen. Doch es scheint, als würde die Luft auf dem Hochplateau, auf dem wir uns schon länger befinden, langsam dünner werden. Geopolitische Risiken nehmen zu – das drückt nicht nur die Aktienkurse, sondern auch die Stimmung und sorgt dafür, dass Investoren heute vor Investments stark abwägen. Hinzu kommt das Wissen, dass einzelne Assetklassen schneller von einer schwächelnden Konjunktur in Mitleidenschaft gezogen werden. Mein Fazit: Der aktuelle Immobilienzyklus befindet sich im fortgeschrittenen Zustand der Reife. Reife Früchte kann man nur für eine begrenzte Zeit pflücken und verzehren. Und die Frage ist: Wie lange genau?


Ihr Peter Kleinhütten

Ansprechpartner

Herr Peter Kleinhütten
Leiter Kundenbetreuung Nordrhein-Westfalen

Telefon: +49 211 598951910
E-Mail: Peter.Kleinhütten@Deutsche-Hypo.de

Deutsche Immobilienkonjunktur mit kurzer Eintrübung oder Trendwende?

Nachdem Deutschland zuletzt als einziges der betrachteten Länder eine positive Entwicklung aufwies, verlief die deutsche Immobilienkonjunktur im vierten Quartal nun auch rückläufig und liegt aktuell bei einem Punktestand von 298,2. Der Rückgang um 4,7% deckt sich dabei mit der Entwicklung des Euro-Score. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Konjunktur nur knapp unter der 300-Punkte-Marke liegt und dabei insgesamt weiterhin auf einem hohen Niveau. Die nächsten Monate werden zeigen, ob die deutsche Immobilienkonjunktur derzeit nur eine kurze Eintrübung erlebt oder ob sich eine nachhaltige Trendwende vollzieht.

DAX sinkt zweistellig

Wie in den meisten der übrigen Länder hat auch in Deutschland die Entwicklung des Aktien-Leitindex wesentlich zum Rückgang der Immobilienkonjunktur beigetragen. Der DAX verlor im letzten Quartal 13,8% und notierte zuletzt mit rund 10.559,0 Punkten – und damit immer noch oberhalb der symbolträchtigen 10.000-Punkte-Marke.
Die Veränderungsrate des Deutschen Immobilienaktienindex DIMAX trug ebenfalls ein negatives Vorzeichen: Er ging im Laufe des vierten Quartals um 5,6% auf nun 794,4 Punkte zurück. Bemerkenswert ist hierbei, dass dies der erste Index-Verlust seit zwei Jahren auf Quartalsebene ist.
Der Economic Sentiment Indicator (ESI) entwickelte sich vergleichsweise moderat: Der Rückgang um 2,3% auf nun 109,9 Punkte federt die teils deutlichen Rückgänge der übrigen Eingangsvariablen etwas ab.

Synopse der Eingangsvariablen und Immobilienkonjunkturen Q4-2018

Land

Aktien-Leit­index

Immobi­lien­index

Konjunk­tur­indi­kator

Basis­zins­satz

Zins­satz 10-jährige Staats­anlei­hen

Q3-1810/1811/18Q4-18Delta (%)
Q3-18 / Q4-18
DE
dodo
do
do
eq
do
312,8
306,0
308,2
298,2
-4,7
UK
dodo
do
do
eq
do
216,5
213,1
206,8
204,9
-5,4
PL
eq
do
eq
eq
dodo
188,3
185,6
188,8
187,5
-0,4
NL
dodo
dodo
do
eq
do
199,3
195,3
194,8
191,3
-4,0
FR
dodo
dodo
dodo
eq
eq
236,2
229,7
228,6
223,7
-5,3
ES
dodo
do
do
eq
eq
196,4
195,8
196,4
191,8
-2,3